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Mittwoch, 18. Juni 2014

Verschollen...

...ohne Tom oder Wilson. Liebe Leser. Über zwei Monate ist es jetzt her. Zwei Monate in denen dieser Blog verwilderte. Neue Einträge blieben aus. Kinder weinten, Männer ertranken ihren Kummer im Alkohol und Frauen stürzten sich in ihrer Verzweiflung massenweise von Häuserdächern. Und das Alles wegen einem Riss in der Zeit! Der Raum wurde dabei auch direkt im Mitleidenschaft gezogen. Ich stieg am Morgen nach meinem letzten Lebenszeichen aus dem Bett und musste feststellen, dass sich mein mir vertrautes Zimmer über Nacht recht stark verändert hatte. Die Tapeten, der Teppich, meine Ü-Eier-Sammlung. Alles war farblich verändert oder nicht mehr an seinem gewohnten Platz. Der Rest meiner behaglichen Behausung stellte sich mir bei näherer Betrachtung ebenfalls in einem neuen Licht dar. Ich trat verwundert vor die Tür und fand mich auf einer Insel inmitten eines unendlich weiten Meeres wieder. Das Wetter war herrlich, die Luft frisch und klar. Seltsam kam es mir jedoch schon vor. Nun habe ich in den letzten Jahren durch die Freundschaft zu Mr. Snuggels so Einiges erlebt und denke, dass meine relative Gelassenheit aus diesen Erfahrungen resultierte. Es wunderte mich dann auch nicht übermäßig, als die Insel, die meine nackten Füße berührten, plötzlich zu mir sprach wie zu einem alten Bekannten. Auf dem Bild sieht man meine Wenigkeit in dem Insel eigenen Paddelboot. Jonas, so der Name der Insel, schaut mir dabei offensichtlich sehr erfreut zu. Es waren zwei sehr idyllische Monate und das kleine Haus bot Alles was man zum Leben so braucht. Neben vielen Büchern und einigen traumhaften Sonnenuntergängen, genoss ich vor allen Dingen die interessanten Gespräche mit Jonas am Bootssteg. Gott und die Welt. Schon komisch worüber sich so eine Insel mitten im Nirgendwo Gedanken macht. Jonas war dann gerade eben vor fasst 30 Minuten dabei mir sein Lieblingslied vorzusingen, als ich unvermittelt und noch dazu nur in Badehose, plötzlich zwischen hunderten von Leuten am Alexanderplatz materialisiert wurde. So aus dem Zusammenhang gerissen machte mir das mit der Badehose eher weniger aus. Der Weg nach Hause war dann aber doch alles Andere als traumhaft. Ohne Schuhe und Portemonnaie durch Berlin, das grenzt schon fast an ein Abenteuer. Ich werde jetzt auch erst mal meine Füße verarzten und widme mich dann wieder meinem Alltag, der hoffentlich wieder regelmäßige Einträge mit sich bringt.

Euer TFJ